Schweiz

Schweizerische Eidgenossenschaft
Confédération suisse (französisch)
Confederazione Svizzera (italienisch)
Confederaziun svizra (rätoromanisch)
Confoederatio Helvetica (CH) (lateinisch)
Flag of Switzerland.svg
Coat of Arms of Switzerland.svg
Fahne Wappen
Wahlspruch:Unus pro omnibus, omnes pro uno[1]
Lateinisch für:
«Einer für alle, alle für einen» (deutsch)
«Un pour tous, tous pour un» (französisch)
«Uno per tutti, tutti per uno» (italienisch)
«In per tuts, tuts per in» (rätoromanisch)
Amtssprache Deutsch,
Französisch,
Italienisch,
Rätoromanisch[2]
Hauptstadt Bern (Bundessitz)
Staats- und Regierungsform föderale Republik mit Direktorialsystem
Verfassung Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Der Bundesrat bildet de facto das kollektive Staatsoberhaupt:[3]
Parlament(e) Bundesversammlung (National- und Ständerat)
Fläche 41'285 (133. Platz)[4] km²
Einwohnerzahl 8'606'033[5] (31. Dezember 2020)
Bevölkerungsdichte 208 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,7 %[6] (2020)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020[7]
  • 752 Milliarden USD (20.)
  • 630 Milliarden USD (36.)
  • 87'367 USD (2.)
  • 73'246 USD (6.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,955 (2.) (2019)[8]
Währung Schweizer Franken (Fr., CHF)
Gründung 1. August 1291 nach Legende als «Ewiger Bund» (Rütlischwur),
12. September 1848 als moderner Bundesstaat in der heutigen Form
Unabhängigkeit 1499 faktische Ablösung vom Heiligen Römischen Reich im Frieden zu Basel,
1648 juristische Trennung vom Heiligen Römischen Reich im Westfälischen Frieden,
1798–1813 französischer Vasallenstaat zur Zeit von Helvetik und Mediation
National­hymne Schweizerpsalm
Nationalfeiertag 1. August (Bundesfeiertag)
Zeitzone UTC+1 MEZ[9]
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen CH
ISO 3166 CH, CHE, 756
Internet-TLD .ch, .swiss
Telefonvorwahl +41
ÖsterreichBelgienBulgarienRepublik ZypernTschechienDeutschlandDänemarkDänemarkEstlandSpanienFinnlandFrankreichFrankreichVereinigtes KönigreichVereinigtes KönigreichGriechenlandGriechenlandUngarnIrlandItalienItalienItalienLitauenLuxemburgLettlandNiederlandePolenPortugalRumänienSchwedenSlowenienSlowakeiIslandMontenegroNordmazedonienKroatienTürkeiTürkeiMaltaSerbienGrönlandFäröerNorwegenNorwegenIsle of ManGuernseyJerseyAndorraMonacoSchweizLiechtensteinVatikanstadtSan MarinoAlbanienKosovoBosnien und HerzegowinaRepublik MoldauBelarusRusslandUkraineAutonome Republik KrimKasachstanAbchasienSüdossetienGeorgienAserbaidschanAserbaidschanArmenienIranLibanonSyrienIsraelJordanienSaudi-ArabienIrakRusslandTunesienAlgerienMarokkoLage der Schweiz in Europa
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Politische Gliederung der Schweiz: die 26 Kantone
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Logo der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Die Schweiz (französisch Suisse [sɥis(ə)], italienisch Svizzera [ˈzvitːsera], rätoromanisch [ˈʒviːtsrɐ] oder [ˈʒviːtsʁɐ], lateinisch Helvetia), amtlich Schweizerische Eidgenossenschaft (französisch Confédération suisse, italienisch Confederazione Svizzera, rätoromanisch , lateinisch Confoederatio Helvetica), ist ein föderalistischer, demokratischer Staat in Mitteleuropa. Er grenzt im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und Liechtenstein, im Süden an Italien und im Westen an Frankreich.

In der Schweiz leben 8,6 Millionen Menschen[6] auf knapp 41'300 Quadratkilometern. Der Staat gehört damit zu den dichter besiedelten Staaten Europas, wobei sich die Bevölkerung im Mittelland, der Beckenzone zwischen Jura und Alpen, sowie im südlichen Tessin konzentriert. Die acht grössten Städte bzw. Wirtschaftszentren sind Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne, Winterthur, Luzern und St. Gallen.

Der Staat hat Anteil an drei grossen Sprachräumen: dem deutschsprachigen in der Deutschschweiz, dem französischsprachigen in der Romandie (Suisse romande, Westschweiz, Welschschweiz) und dem italienischsprachigen in der italienischen Schweiz; als viertes Sprachgebiet tritt das Rätoromanische hinzu (in Teilen des Kantons Graubünden). Die vier genannten Sprachen sind die offiziellen Amtssprachen des Bundes.[10] Um keine einzelne zu bevorzugen, lautet das Landeskennzeichen «CH», die Abkürzung der lateinischen Bezeichnung Confoederatio Helvetica.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist ein Bundesstaat, der aus 26 teilsouveränen Kantonen besteht. Sitz der Regierung und des Parlaments ist die Bundesstadt Bern. Die Schweiz gilt als Willensnation; nationale Identität und der Zusammenhalt der Schweiz basieren nicht auf einer gemeinsamen Sprache, ethnischen Herkunft oder Religion, sondern auf interkulturellen Faktoren wie dem Glauben an die direkte Demokratie, einem hohen Mass an lokaler und regionaler Autonomie sowie einer ausgeprägten Kultur der Kompromissbereitschaft bei der politischen Entscheidungsfindung. Für das Selbstverständnis grundlegend ist überdies die dauernde Neutralität.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft ging aus den sogenannten Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden hervor. Als inoffizielles und mythologisiertes Gründungsdokument gilt der Bundesbrief von 1291, die älteste erhaltene Bündnisurkunde. Im Westfälischen Frieden von 1648 wurde ihre staatsrechtliche Unabhängigkeit anerkannt. Der heutige Bundesstaat besteht seit 1848. Der Name Schweiz stammt vom Urkanton Schwyz bzw. von dessen gleichnamigem Hauptort.

Auf dem Index der menschlichen Entwicklung belegte die Schweiz 2019 zusammen mit Irland den zweiten Platz und zählt damit zu den sehr hoch entwickelten Staaten.[11] Obwohl sie nach der Staatsgrösse nur den 133. Rang belegt und nach der Anzahl der Einwohner den 98. Rang,[12] hält sie den 20. Rang der grössten Volkswirtschaften der Erde.[13]

  1. Dieser Wahlspruch wird de facto als solcher bezeichnet, da er in der Kuppel des Bundeshauses erwähnt wird. Auf rechtlicher Grundlage existiert kein Wahlspruch. Siehe Papier des Bundesgerichtes (Memento vom 27. März 2006 im Internet Archive): La devise traditionnelle «Un pour tous, tous pour un» ne repose sur aucun fondement constitutionnel ou légal.
  2. Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Art. 70 Abs. 1 BV). Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (admin.ch), abgerufen am 28. Februar 2021 (Rätoromanisch besitzt (seit 1938) mit den anderen Amtssprachen des Bundes den Status einer Landessprache gemäss Art. 4 BV).
  3. Die Schweiz hat kein eindeutig bestimmtes Regierungs- oder Staatsoberhaupt. Grundsätzlich ist die Bundesversammlung unter dem Vorbehalt der Rechte von Volk und Ständen die oberste Macht im schweizerischen Staat (Art. 148 Abs. 1 der Schweizer Bundesverfassung), der Nationalratspräsident gilt demzufolge im Volksmund als der «höchste Schweizer». Aufgaben eines Staatsoberhauptes (zum Beispiel bei Empfängen für ausländische Staatsoberhäupter) nimmt der Bundespräsident als primus inter pares wahr, der zwar gemäss der protokollarischen Rangordnung das höchste Amt der Schweiz ausübt, aber kein Staatsoberhaupt ist. Der Gesamtbundesrat als Kollektiv erscheint zudem aufgrund seiner Stellung de facto auch als Staatsoberhaupt.
  4. Überblick Schweiz. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 28. Februar 2021 (das Territorium der Schweizerischen Eidgenossenschaft beträgt 4'128'498 Hektaren).
  5. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999-2020. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 1. September 2021, abgerufen am 17. November 2021.
  6. a b Demografisches Porträt der Schweiz, Bestand, Struktur und Entwicklung der Bevölkerung im Jahr 2020. Bundesamt für Statistik (BFS), 2022, abgerufen am 24. Juli 2022.
  7. World Economic Outlook Database October 2021. Internationaler Währungsfonds, 2021, abgerufen am 6. Januar 2022 (englisch).
  8. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2020. United Nations Development Programme, New York, S. 343 (undp.org [PDF; 9,6 MB]).
  9. Jakob Messerli: Zeitsysteme. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  10. Der Bund kurz erklärt. In: bk.admin.ch. Bundeskanzlei (BK), abgerufen am 9. April 2018.
  11. Human Development Report 2019 auf hdr.undp.org (englisch; PDF: 1,7 MB, 40 Seiten)
  12. Weltrangliste auf weltalmanach.de, abgerufen am 1. Mai 2018.
  13. siehe Liste der Länder nach Bruttoinlandprodukt